Orange mit Finger

Rimming: Anal-Oralstimulation achtsam, sauber und genussvoll erleben

Lesezeit 5 min

Rimming – also das Lecken rund um den After – gehört zu den Praktiken, die für viele unglaublich intensiv sein können, aber gleichzeitig mit vielen Tabus, Unsicherheiten und Fragen verbunden sind. Der Analbereich ist empfindlich, intim und oft mit Scham belegt – und genau deshalb braucht es beim Rimming besondere Achtsamkeit.


Vielleicht bist du neugierig, hast davon gelesen oder gehört – oder dein Partner oder deine Partnerin hat den Wunsch geäussert, es einmal auszuprobieren. Gleichzeitig fragst du dich: Ist das hygienisch? Ist das sicher? Wie bereitet man sich vor? Und wie rede ich überhaupt darüber?


In diesem Beitrag bekommst du einen klaren, ruhigen Überblick: Was Rimming ist, wie es funktionieren kann, welche Risiken du kennen solltest und wie du dafür sorgst, dass diese Form von Lust so sicher, sauber und respektvoll wie möglich bleibt.

Was ist Rimming genau?

Unter Rimming versteht man die orale Stimulation des Analbereichs – meist mit Zunge und Lippen. Das kann beinhalten:

  • das Lecken rund um den After

  • das sanfte Saugen an der Analregion

  • das Spielen mit Zunge an der äusseren Öffnung


Manchmal bleibt es bei der äusseren Stimulation, manchmal wird Rimming mit anderen Praktiken kombiniert – etwa mit Hand, Toys oder Genitalstimulation.


Wichtig ist: Rimming ist eine Form von Intimität, die sehr viel Vertrauen erfordert. Niemand „muss“ das mögen. Aber viele empfinden die Region als überraschend erogen.

Warum Rimming so intensiv sein kann

Der Analbereich ist reich an Nervenenden. Gleichzeitig ist er eine Zone, die selten bewusst und lustvoll berührt wird. Rimming kann deshalb:

  • sehr intensive, neue Empfindungen auslösen

  • Nähe und Vertrauen verstärken

  • bestimmte Fantasien ansprechen

  • Teil eines sinnlichen, spielerischen Vorspiels sein


Für manche ist es ein Bestandteil von BDSM-Rollen, für andere einfach eine weitere Möglichkeit, Lust zu erleben – ohne grosse Symbolik.


Wichtig bleibt: Es gibt kein „muss“. Rimming ist eine Option – nicht der Standard.

Das Wichtigste zuerst: Einverständnis & Kommunikation

Gerade weil Rimming so intim ist, steht Einverständnis an erster Stelle.
Bevor du damit beginnst, sollte klar sein:

  • Ist das für beide wirklich okay?

  • Gibt es Grenzen oder Tabus?

  • Gibt es gesundheitliche Themen, die wichtig sind (z. B. Infektionen, Verwundungen, Hämorrhoiden)?


Du kannst das Thema zum Beispiel so ansprechen:

  • „Ich habe gelesen, dass manche Rimming als sehr intensiv empfinden. Wäre das für dich grundsätzlich vorstellbar?“

  • „Mich würde reizen, deinen Analbereich auch mit meinem Mund zu erkunden – aber nur, wenn du dich sicher fühlst.“


Ein klares „Nein“ ist genauso wertvoll wie ein „Ja“ – es zeigt, dass ihr euch vertrauen könnt.

Pfirsich mit weisser Flüssigkeit

Hygiene: Ohne Hygiene kein entspanntes Rimming

Bei Rimming ist Hygiene nicht einfach „nett“, sondern Grundvoraussetzung. Sie hat zwei Seiten: körperliches Wohlbefinden und Infektionsschutz.


Vorbereitung

Für viele gehört zur Vorbereitung:

  • eine Dusche, bei der der Analbereich mit Wasser gereinigt wird

  • eventuell eine mildes, pH-neutrales Waschprodukt im äusseren Bereich (nicht innen)

  • Rasur oder Trimmen der Haare, wenn es für dich stimmig ist (kein Muss)


Manche nutzen Analspülungen. Hier ist allerdings Vorsicht angesagt: Zu viel Spülung oder aggressive Mittel können die Schleimhaut reizen. Wenn du Spülungen verwendest, dann sanft, selten und mit Wasser.


Schutzmöglichkeiten

Wenn du zusätzlich Sicherheit möchtest oder das Gefühl von direktem Kontakt noch zu intensiv ist, kannst du:

  • Lecktücher verwenden

  • zur Not aus einem Kondom oder einer dünnen Latexhülle ein Lecktuch zurechtschneiden


Das vermindert das Risiko von Keimübertragungen deutlich.

Risiken & Gesundheitsaspekte von Rimming

Rimming trägt – wie jede Sexualpraktik – gewisse Risiken. Die wichtigsten sind:

  • Übertragung von bestimmten Bakterien

  • mögliche Weitergabe mancher Viren (z. B. Hepatitis, bei Wunden auch andere)

  • Ansteckungsgefahr bei bestehenden, sichtbaren Infektionen oder Entzündungen


Deutlich erhöht ist das Risiko, wenn:

  • Schleimhautverletzungen vorhanden sind

  • Blut im Spiel ist

  • eine der beteiligten Personen eine unbehandelte Infektion hat


Wenn du regelmässig praktizierst oder dir unsicher bist, lohnt sich:

  • offen mit Ärztin/Arzt oder Beratungsstellen zu sprechen

  • sich zu STI-Screenings beraten zu lassen

  • auf sichtbare Irritationen oder Schmerzen im Analbereich zu achten


Keine Scham – medizinische Fachstellen kennen das Thema und sind genau dafür da.

Psychische Komponente: Scham, Kontrolle und Loslassen

Rimming ist nicht nur körperlich intensiv, sondern auch emotional. Viele verbinden mit dem Analbereich:

  • Scham

  • „Das ist doch schmutzig“

  • Angst vor Bewertung


Diese Gefühle dürfen da sein. Der Schritt, sie anzusprechen, kann schon ein Teil der Intimität sein.


Rimming kann spannend sein, weil:

  • du Kontrolle abgibst

  • du dich sehr „entblösst“ fühlst

  • du in einer sehr empfangenden, weichen Position bist


Alles das kann für manche tief lustvoll sein, für andere zu viel. Beides ist in Ordnung.

Praktische Tipps für den Einstieg – Step by Step

Wenn ihr euch gemeinsam entschieden habt, Rimming auszuprobieren, kann ein sanfter Einstieg helfen.


Aufbau statt Sprung ins kalte Wasser

  • Beginnt mit äusseren Berührungen: Hände, Fingerspitzen, sanfte Massage rund um den Analbereich.

  • Finde heraus, welche Berührungsform angenehm ist: Druck, Streicheln, Kreisen.

  • Nutzt Gleitmittel, wenn ihr zusätzlich mit Fingern arbeitet.


Der Moment des ersten Kontakts

Wenn alles sauber und vorbereitet ist, kann der erste Zungenkontakt sehr sanft sein:

  • Mit den Lippen an die Haut herantasten.

  • Die Zunge nur leicht ansetzen.

  • Erstmal rund um den After lecken, nicht direkt in die Öffnung.


Achte auf:

  • Atmung

  • Körpersprache

  • leise Laute oder verbale Signale


Wenn etwas unangenehm ist, lohnt sich ein kurzes Stoppen und Nachfragen.

Kombination mit anderen Formen von Lust

Rimming steht selten alleine. Viele erleben es in Kombination besonders intensiv:

  • mit Handstimulation der Genitalien

  • mit Toys (z. B. kleinen Analplugs oder Prostatatoys, wenn ihr erfahren seid)

  • mit Druck an anderen erogenen Zonen

  • als Teil eines längeren Vorspiels


So bleibt Rimming eingebettet in ein Gesamtgefühl von Nähe, nicht als isolierte Technik.

Grenzen erkennen & respektieren

Auch wenn Rimming für viele lustvoll sein kann – es wird nie für alle passen. Und selbst bei Lust gilt: Es gibt Tagesformen.


Stoppsignale können sein:

  • Unwohlsein oder Ekelgefühl

  • Schmerzen

  • plötzliche Anspannung oder Verkrampfung

  • „Ich bin gerade nicht mehr ganz bei mir“


Sprich das klar aus oder vereinbare vorher ein Signal.


Grenzen zu kommunizieren ist kein Lustkiller – sondern ein Zeichen von Reife und Vertrauen.

Sextoys & Zubehör, die Rimming begleiten können

Auch wenn Rimming primär eine Mund-Zunge-Praktik ist, können gewisse Produkte unterstützen:

  • Analpflegesprays oder -gele: um die Haut geschmeidig zu halten (nicht betäubend!)

  • Sanfte Analplugs für Einsteiger: wenn ihr parallel mit Druck im Inneren arbeiten möchtet

  • Gleitmittel, die für den Analbereich geeignet sind, wenn Finger oder Toys ins Spiel kommen

  • Lecktücher: für hygienischen Schutz


Alles mit Fokus auf Sicherheit, Qualität und Wohlbefinden.

Für wen Rimming geeignet sein kann – und für wen eher nicht

Rimming kann spannend sein für Menschen, die:

  • neugierig auf neue Formen der Intimität sind

  • den Analbereich als erogene Zone erleben möchten

  • mit grossem Vertrauen in der Partnerschaft gespielt werden

  • Lust auf Rollen, Kontrolle oder Hingabe haben


Weniger geeignet ist es, wenn:

  • du starke Schamgefühle hast, die dich dauerhaft blockieren

  • du in der Region akute Beschwerden, Schmerzen oder Entzündungen hast

  • ihr keine klare Kommunikation habt

  • einer von euch nur zuliebe „mitmacht“


Dein Körper gehört dir – jede Praxis ist eine Option, kein Muss.

Fazit: Rimming braucht vor allem Respekt

Rimming ist kein „Standard“, den man abhaken muss – sondern eine sehr intime Form der Sexualität, die viel Vertrauen, Hygiene, Kommunikation und Achtsamkeit verlangt. Sie kann tief lustvoll sein, wenn du:

  • dich gut vorbereitest

  • deine eigene Grenze kennst

  • die Grenzen deines Gegenübers respektierst

  • Körper, Gesundheit und Wohlgefühl ernst nimmst


Du darfst jederzeit „Ja“, „Vielleicht später“ oder „Nein“ sagen.


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